Montag, 03 April 2017 05:49

10 Jahre Genderday an den Hertha Firnberg Schulen

Am 22. März 2017 feierten die Hertha Firnberg Schulen für Wirtschaft und Tourismus das 10-jährige Jubiläum der Gendermania, eines schulinternen Wettbewerbs zum Thema Gender Mainstreaming.

 

Direktorin Mag.a Maria Ettl konkretisierte in ihrer Eröffnungsansprache das Ziel der Veranstaltung: gemeinsam ein Zeichen gegen Diskriminierung und geschlechterspezifische Benachteiligungen zu setzen. Dieses Motto wurde am Nachmittag im Rahmen des Gendersymposions, bei dem SchülerInnen der fünften Jahrgänge ihre Maturaprojekte präsentierten, wiederaufgenommen.

Die Gendermania ist eine speziell für die SchülerInnen der zweiten und dritten Jahrgänge konzipierte, jährlich stattfindende Veranstaltung, die von einer Gruppe von engagierten Mädchen und Burschen aus allen Klassen und Ausbildungszweigen, der sogenannten Gendersteuergruppe, unter der Leitung von Mag.a  Verena Unger organisiert wird.

Bei dem Event präsentieren alle teilnehmenden Klassen ein Projekt, das sie im Laufe des Schuljahres mit der Unterstützung ihrer sogenannten Genderbuddys – von Lehrkräften, die ihr großes Gender-Knowhow einfließen lassen – überwiegend in ihrer Freizeit erarbeitet haben. Dafür gibt es seit September auch einen eigenen Raum, der „Genderraum“ getauft wurde und neben einer kleinen Bibliothek mit dem Schwerpunkt Gender Mainstreaming eine ruhige Arbeitsatmosphäre bietet.

Die Projekte decken verschiedenste Themenbereiche ab, die einen Berührungspunkt mit Gender Mainstreaming haben. Auch heuer interpretierten die TeilnehmerInnen das Motto Geschlechtergerechtigkeit wieder auf sehr kreative Art und Weise, indem sie in Kurzfilmen, Sketches und Diskussionen eine breite Palette an Themen ansprachen: von sexualisierter Gewalt gegen Frauen über Benachteiligungen in der Arbeitswelt bis hin zur Terrorgruppierung „Boko Haram“. Anlässlich des 10-jährigen Jubiläums der Veranstaltung beschäftigten sich viele Klassen auch mit dem (welt)politischen Geschehen: Sie analysierten z.B. die Rolle von Frauen in der Politik oder setzten sich mit dem Recht auf Abtreibung auseinander.

 

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Dem Titel Gendermania entsprechend zeichnet sich diese Veranstaltung durch ihren Wettbewerbs- und Showcharakter aus. Eine Moderatorin und ein Moderator führten im Team durch den Vormittag und die Projekte wurden von einer Jury bestehend aus Lehrkräften, Eltern und der SchülerInnenvertretung bewertet. Auch das Publikum, das von den SchülerInnen der zweiten und dritten Jahrgänge gebildet wurde, durfte am Ende seinen Favoriten wählen.

Nach der Stimmenauszählung wurde im Veranstaltungssaal die Siegerklasse bekannt gegeben, die sich nun ein Jahr lang „Genderstar“ nennen darf. Die meisten Stimmen erhielten im heurigen Schuljahr die SchülerInnen der 2HMB mit dem Projekt #HerthaAgainstHate, das sich mit verbaler Gewalt gegen Frauen im Netz beschäftigte. In einem ergreifenden Video rief die Klasse die gesamte SchülerInnenschaft zum respektvollen Umgang miteinander auf. Als symbolischer Preis wurde den SiegerInnen die Genderwaage überreicht, die das Gleichgewicht zwischen den Geschlechtern darstellen soll.

Und noch eine weitere Klasse durfte sich freuen: Die 2HSA bekam den diesjährigen „Steuergruppenpreis“ für ihr hervorragend recherchiertes Projekt „Im Gendrum“, angelehnt an das TV-Format „Im Zentrum“. Die Mädchen und Burschen konnten mit einer inhaltlich starken Diskussionsrunde zwischen internationalen PolitikerInnen über das in der Politik verbreitete Frauenbild überzeugen. Die hervorragenden Schauspielkünste der SchülerInnen sorgten für so manchen Lacher im Publikum.

Den Abschluss der Show bildete die Premiere des neuverfilmten „Gendersongs“, der mit dem eingängigen Refrain „Raise your voice“ zum Eintreten für Geschlechtergerechtigkeit auffordert. Dabei handelt es sich um ein ehemaliges Klassenprojekt, das vor einigen Jahren als Genderstar aus der Gendermania hervorging und seitdem zur Hymne der Veranstaltung geworden ist. Anlässlich des 10-jährigen Jubiläums wurde der Song unter der Leitung von Mag.a Nicole Spelz und Michael Podogil mit SängerInnen und SchauspielerInnen aus verschiedenen Klassen neu aufgenommen und verfilmt.

Dieses Jahr freute sich das Organisationsteam der Gendermania nicht nur über eine rege SchülerInnenbeteiligung und ein großes Interesse von Seiten der Eltern, sondern auch über einen großen Andrang von externen Gästen. So durften die Hertha Firnberg Schulen u.a. Ernst Nevivry, den Bezirksvorsteher der Donaustadt, Mag. Gerhard Orth, den Leiter der Abteilung Humanberufliche Schulen im Bildungsministerium, Mag.a Karin Maurer, stellvertretende Leiterin der Abteilung Gleichstellungspolitische Grundsatz- und Rechtsangelegenheiten im Bundesministerium für Gesundheit und Frauen, Mag.a Ulrike Gollonitsch-Gehmacher aus der Abteilung Bildungspolitik der Arbeiterkammer Wien sowie Mag.a Viktoria Kriehebauer, die ehemalige Direktorin der Schule, begrüßen.

 

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Die Gendermania markierte auch heuer wieder einen Höhepunkt der jährlichen Genderarbeit an den Hertha Firnberg Schulen, der die gesamte Schulcommunity involviert und begeistert. Wie der Erfolg der Show und die positiven Rückmeldungen der Gäste zeigen, hat das Format ein großes Potential – auch für die nächsten zehn Jahre!

Am Nachmittag durften dann die SchülerInnen brillieren, die der Gendermania inzwischen entwachsen sind: Beim Gendersymposion, das Mag.a Ulrike Zwinger leitet, präsentierten SchülerInnen aus den fünften Jahrgängen vor externen Gästen und SchülerInnen aus den vierten Jahrgängen ihre Maturaprojekte und zeigten, dass sie die Thematik Geschlechtergerechtigkeit mit ihren vielfältigen Querverbindungen zu anderen Themen auf einem hohen Niveau diskutieren können.

Mag.a Roswitha Tschenett, Leiterin der Abteilung Gender Mainstreaming – Gleichstellung und Schule im Bildungsministerium, würdigte in ihren Schlussworten am Ende des Genderdays das Engagement der Hertha Firnberg Schulen, das sie als einmalig in Österreich bezeichnete. Keine andere Schule lebe so qualitätsvoll und konsequent Gender Mainstreaming – zu Recht seien die Hertha Firnberg Schulen mit dem Österreichischen Schulpreis 2015 für Geschlechtergerechtigkeit ausgezeichnet worden.

Text: Mag.a Verena Unger & Kerstin Ullmann (3HCSA)

Fotos: Paulina Schroeren (3HCSA) & Jan Rosenberger (3HTA)

 

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